Jappy

1. Warum engagiert sich Jappy gegen Nazis im Internet?

Das Selbstverständnis von Jappy ist folgendes:
Unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Nationalität oder sozialem Hintergrund sollen bei Jappy alle Menschen miteinander kommunizieren können. Diskriminierende und extremistische Äußerungen werden nicht geduldet sondern streng geahndet. So wollen wir sicherstellen, dass die Jappy-Community ihre Werte Freundschaft, Toleranz, Spaß und Freiheit ungestört leben kann.

Warum sollte sich Jappy also NICHT gegen Nazis im Internet engagieren? Ist dies keine Selbstverständlichkeit für Anhänger einer freiheitlichen demokratischen sozialen Grundordnung??

Kein Seitenbetreiber mit einem Minimum an Anstand möchte wohl der Verbreitung dumpfer Parolen oder der Vernetzung populistischer Rattenfänger Vorschub leisten. Und wohl jeder Seitenbetreiber kennt die vielfältigen Versuche von rechten Propagandisten, die "Segnungen" des Web 2.0 für deren Zwecke zu missbrauchen. Auch Jappy sind die Maschen bestens bekannt, mit denen versucht wird, möglichst junge Altersklassen an rechtes Gedankengut heranzuführen. Entsprechend wird bei jedweder Form des Bekanntwerdens solcher Bestrebungen gegengesteuert.

Der moralischen Verantwortung dürfte sich jeder Seitenbetreiber eines „sozialen Netzwerkes“ sehr wohl bewusst sein, und zwar nicht nur, wenn man medienwirksam einige Profile mit verfassungsfeindlichen Symbolen oder gar mit dem Namen bekannter Nazigrößen sperrt, sondern jeden einzelnen Tag.

Auch wir bei Jappy sind uns unserer Verantwortung bewußt. Von daher ist unser Engagement gegen Nazis einfach nur logisch. Die immer wiederkehrenden Versuche, über soziale Netzwerke neue „braune Kameraden“ zu gewinnen oder bestehende Vernetzungen zu verfestigen sind uns einfach zuwider.

2. Was tut Jappy konkret, um Rechtsextremen den Spaß in ihrer Community zu verderben?

Jappy arbeitet mit einem Moderatorensystem, neben angestellten Supportmitarbeitern gibt es ca. 240 freiwillige, sehr motivierte sogenannte Moderatoren, die in ihrer Freizeit einen großen Beitrag dazu leisten, dass auf Jappy kein rechtes Gedankengut verbreitet wird. Insbesondere gibt es zur Überprüfung von Profilen mit rechtem Gedankengut ein Team von 10 Personen, die jeweils bereits zu Beginn der Tätigkeit ein besonderes Interesse an der Thematik hatten und als Ansprechpartner den Moderatoren und Usern zur Verfügung stehen. Täglich werden ca. 25.000 Profilbilder proaktiv manuell überprüft, wodurch auch sichergestellt wird, dass keine Bilder von Altnazis oder von Personen mit verfassungsfeindlichen Symbolen als Profilbild hochgeladen werden können.

Dürfen sich Menschen mit einschlägigen Nicknames nicht anmelden?
Bei der Anmeldung auf Jappy sucht sich der User für sein Profil ein frei wählbares Pseudonym aus. Ein Profil, dessen Pseudonym poltische Aussagen und insbesondere rechte Gesinnung enthält, verstößt gegen die Nutzungsregeln und wird gelöscht. Typisches Beispiel ist der immer wiederkehrende Versuch, über Zahlensymbolik rechtes Gedankengut einzuschmuggeln. Ein großer Teil solcher Profile wird proaktiv von uns gelöscht. Die Profile, auf die wir nicht direkt stoßen, werden meist zügig von Usern von Jappy gemeldet und gelöscht.
So existiert aktuell auf Jappy kein Profilname, der die Zahlensymbolik 1488 enthält. 63 Profile mit einem solchen Bestandteil wurden umbenannt und über 1.700 Profile gelöscht!

Sperren Sie rechtsextreme User? Nach welchen Kriterien?
Die Verbreitung von politscher Propaganda und von rechtem Gedankengut auf oder über unseren Dienst ist absolut unerwünscht und verstößt gegen die Nutzungsregeln. Folge eines solchen Verstoßes ist in der Regel eine Sperre/Löschung. Bei besonders extremen Fällen erstatten wir Strafanzeige oder helfen den meldenden Usern bei einer solchen. Auf der anderen Seite sind die Begriffe wie politische Propaganda und rechtes Gedankengut weit interpretierbar, so dass wir auch gegen Verlinkungen auf nur rechtspopuläre Musik (also noch nicht auf rechtsextreme Bands) oder gegen die Verbreitung von populistischen Aktionen wie der Forderung der Todesstrafe für Kinderschänder oder der Aufforderung zur Teilnahme an "Trauermärschen" für die Opfer der Bomben der Alliierten vorgehen können, wenn diese Themen von "Rechten" besetzt sind.
Dabei versuchen wir zu differenzieren, ob ein User ein Sendungsbewusstsein (dann Löschung) oder grundsätzlich mit rechtem Gedankengut gar nichts am Hut hat (gerade bei der Übernahme von populistischen Parolen ist vielen Usern nicht bewusst, vor welchen Karren sie sich da spannen lassen - es reicht oftmals ein Hinweis, dass die User durch Passagen des Profils rechte Umtriebe fördern und die Aufforderung, diese zu entfernen).

Haben sie AGBs oder einen Verhaltenskodex, die Diskriminierung und Hass verbieten?
In den Nutzungsregeln befinden sich verschiedene Passagen, durch welche rechtsextreme Umtriebe kategorisch ausgeschlossen werden. Selbstverständlich haben wir auch ein Verbot der Diffamierung, der Diskriminierung oder des Aufstachelns zum Hass explizit eingeschlossen.

Unterstützen Sie Aktionen gegen Rechtsextremismus?
Aktionen gegen Rechtsextremismus z.B. in Form von COMs werden ausdrücklich toleriert, insofern diese ihrerseits regelkonform sowie nicht im umgekehrten Falle extremistisch ausfallen. Wir stehen im regelmäßigen Austausch mit Betreibern von Informationsportalseiten, die sich eindeutig gegen Rechts positioniert haben. Im Falle von Anfragen der Strafverfolgungsbehörden zu verfassungsfeindlichen Straftaten sind wir bemüht, solche Ermittlungen nach besten Kräften zu unterstützen.

3. Was können die UserInnen tun, wenn sie auf ein rechtsextremes Profil oder Posting stoßen?

Auf Jappy haben die User verschiedene Möglichkeiten, rechtes Gedankengut zu melden. Zunächst gibt es in jedem Profil einen "Meldebutton", mit welchem zu dem Profil Regelverstöße gemeldet werden können. Dort gibt es einen extra Meldepunkt: "Extremismus". Bei der derartigen Meldung eines Verstoßes wird ein Ticket erstellt, das gemeldete User-Profil wird überprüft und wir reagieren je nach "Fund" mit einem direkten Anschreiben über temporäre Sperren bis hin zum Hausverbot. Der meldende User erhält ein kurzes Feedback. Weiterhin existieren für Mails, Chatverläufe oder Bilder in passwortgeschützen Galerien zusätzliche Meldebuttons.

Eine weitere Meldemöglichkeit ist es, einen Moderator, der gerade Online ist, direkt anzuschreiben. Und bei ganz dringenden Meldungen besteht die Möglickeiten der Nutzung einer Telefonhotline.

Die Kampagne "Soziale Netzwerke gegen Nazis" auf Jappy.de:

| www.jappy.de/com/427069