Artikel zum Thema 'Das Problem'

Was machen Neonazis in Sozialen Netzwerken?

• Sie zeigen Präsenz und testen die Akzeptanzschwellen im jeweiligen Sozialen Netzwerk, indem Sie Profile mit mehr oder weniger offen zu erkennendem rechtsextremen Inhalt anlegen.

• Sie verbreiten die eigene Ideologie möglichst breit gefächert auf dem virtuellen Marktplatz der Meinungen.

• Sie rufen auch zu Gewalttaten gegen Menschen auf, die zu ihren Feindbildern gehören (z.B. Migranten, Muslime, Nicht-Rechte).

Nazis in Sozialen Netzwerken: Warum machen die das?

• Rechtsextreme Inhalte können in unverfänglichem Umfeld präsentiert werden.

• Die Reichweite erhöht sich, weil sie nicht nur innerhalb, sondern auch jenseits des eigenen Milieus verbreitet werden.

• Präsenz im Web 2.0 folgt der Wortergreifungsstrategie: Themen setzen, Diskussionen in eine gewünschte Richtung lenken, Dominanz erringen.

• Sie haben das Gefühl, im Internet endlich Meinung bilden zu können, wie es ihnen im wirklichen Leben - wegen mangelnder Rhetorik oder gesellschaftlicher Akzeptanz - niemals möglich wäre.

Nazis in Sozialen Netzwerken: Warum ist das ein Problem?

• Im Grunde genommen vernetzen sich Neonazis in Sozialen Netzwerken wie alle anderen. Aber: ihr Inhalt ist Hass, Rassismus, Menschenverachtung, der Kampf gegen Menschenrechte und Demokratie.

• Wenn rassistische, antisemitische oder neonazistische Thesen wiederholt gepostet und nicht berichtigend kommentiert werden, trägt das zur Normalisierung bei; sie erscheinen sagbarer, vielleicht auch wahrer.

• Nicht-rechte Userinnen und User werden eingeschüchtert (durch die pure Präsenz vieler Rechtsextremer im Forum oder auch ganz direkt durch verbale Attacken und Drohungen).

• Die Präsenz in den Sozialen Netzwerken dient dem Anwerben von SympathisantInnen, die hier leichten Zugang finden.

Nazis in Sozialen Netzwerken: Wie läuft rechtsextremes 'Recruiting' ab?

• In der Regel handelt es sich um 'Rechtsextremisten auf den 2. Blick', die sich mit "gutbürgerlicher" oder "konservativer" Fassade inszenieren: ein User nennt sich "heimattreu", Mütter in Elterngruppen argumentieren plötzlich rassistisch.

• Beliebter Ort der Kontaktaufnahme sind politischen Diskussionsgruppen, gern auch zu Themen, die gerade in der "Außenwelt" relevant sind (Wahlen, Minarettverbot in der Schweiz, Sarrazin-Buch).

• Rechtsextreme Gesprächsstrategien sind Verunsicherung und Bedrohung - konkrete Beispiele gibt es hier.

Nazis in Sozialen Netzwerken: Wie reagieren?

• Im Internet würde ein grundsätzliches Verhindern rechtsextremer Webseiten ein Verbot bedeuten, das auch die demokratische Funktionalität des Internet einschränkt.

• Besser ist die Einzelfallprüfung und Sperrung strafrechtlich relevanter Seiten, solange ihr Ausmaß nicht bedrohlich ist - und starke Gegenöffentlichkeit zu rechtsextremer Präsenz.

• Soziale Netzwerke sind aber etwas anderes als "das Internet"; die Betreiber können Regeln ausgeben, Monitoring betreiben, Selbstverpflichtungserklärungen von NutzerInnen einfordern - Unternehmen als Teil der wehrhaften Demokratie.

Weiterführende Links

www.netz-gegen-nazis.de berichtet über Strategien der rechtsextremen Szene - auch im Internet und in sozialen Netzwerken. Hier eine Auswahl von Artikeln zum Thema.

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